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Big Data im Gesundheitswesen
Umgang mit Big Data im Gesund­heits­we­sen.Bild: Putilich/Dreamstime.com

Im Gesund¬≠heits¬≠be¬≠reich nutzen immer mehr Forscher, Firmen und √Ąrzte aus Big Data gewon¬≠nene Infor¬≠ma¬≠tio¬≠nen. Zudem nimmt die indivi¬≠du¬≠elle Erfas¬≠sung gesund¬≠heits¬≠re¬≠le¬≠van¬≠ter Daten zu, zum Beispiel √ľber die Apps von Mobil¬≠te¬≠le¬≠fo¬≠nen und am K√∂rper getra¬≠gene Senso¬≠ren. Mit diesen Entwick¬≠lun¬≠gen hat sich der Deutsche Ethik¬≠rat in einem zweiein¬≠halb¬≠j√§h¬≠ri¬≠gen Prozess befasst und sich dabei inten¬≠siv mit Sachver¬≠st√§n¬≠di¬≠gen und inter¬≠es¬≠sier¬≠ten B√ľrgern ausge¬≠tauscht. In einer Stellung¬≠nahme ‚ÄěBig Data und Gesund¬≠heit ‚Äď Daten¬≠sou¬≠ve¬≠r√§¬≠ni¬≠t√§t als infor¬≠ma¬≠tio¬≠nelle Freiheits¬≠ge¬≠stal¬≠tung‚Äú hat der Ethik¬≠rat Empfeh¬≠lun¬≠gen vorge¬≠legt, die einen verant¬≠wort¬≠li¬≠chen Umgang mit gesund¬≠heits¬≠re¬≠le¬≠van¬≠ten Daten erm√∂g¬≠li¬≠chen sollen, bei Beach¬≠tung der Chancen und Risiken.

Der Deutsche Ethik¬≠rat verdeut¬≠lichte, dass die f√ľr Big Data charak¬≠te¬≠ris¬≠ti¬≠sche umfas¬≠sende Dekon¬≠tex¬≠tua¬≠li¬≠sie¬≠rung und Rekon¬≠tex¬≠tua¬≠li¬≠sie¬≠rung von Daten, die zu unter¬≠schied¬≠li¬≠chen Zwecken erfasst und analy¬≠siert werden, zu einer Entgren¬≠zung des gesund¬≠heits¬≠re¬≠le¬≠van¬≠ten Breichs f√ľhrt. Die Verwer¬≠tung solcher gro√üen Daten¬≠men¬≠gen erm√∂g¬≠licht tiefe Einbli¬≠cke in den aktuel¬≠len Gesund¬≠heits¬≠zu¬≠stand, die Pers√∂n¬≠lich¬≠keit sowie den Lebens¬≠wan¬≠del und erlaubt sogar Vorher¬≠sa¬≠gen beispiels¬≠weise zur Krank¬≠heits¬≠ent¬≠wick¬≠lun¬≠gen.

Wahrung von Werten gewähr­leis­ten

Zum einen werden Chancen durch die immer st√§rker werdende Vernet¬≠zung und Sammlung von gro√üen Daten¬≠men¬≠gen er√∂ff¬≠net, zum anderen birgt Big Data jedoch auch Risiken, die sich etwa durch schwan¬≠kende Daten¬≠qua¬≠li¬≠t√§t, Kontroll¬≠ver¬≠luste oder Intrans¬≠pa¬≠renz ergeben. Der Ethik¬≠rat hat f√ľr f√ľnf gesund¬≠heits¬≠re¬≠le¬≠vante Anwen¬≠dungs¬≠be¬≠rei¬≠che von Big Data die recht¬≠li¬≠chen und ethischen Aspekte analy¬≠siert und ist aller¬≠dings zu dem Ergeb¬≠nis gekom¬≠men, dass den Heraus¬≠for¬≠de¬≠run¬≠gen mit den Handlungs¬≠for¬≠men und Schutz¬≠me¬≠cha¬≠nis¬≠men des tradi¬≠tio¬≠nel¬≠len Daten¬≠schutz¬≠rech¬≠tes nur unzurei¬≠chend begeg¬≠net werden kann.

Um daher auch im Zeital­ter von Big Data den Schutz von Werten wie Privat­heit, Freiheit und Solida­ri­tät zu gewähr­leis­ten, wurde ein entspre­chen­des Gestal­tungs- und Regulie­rungs­kon­zept vom Ethik­rat empfoh­len. Vor allem sieht der Ethik­rat insti­tu­tio­nelle und staat­li­che Akteure in der Pflicht recht­li­che und techni­sche Rahmen­be­din­gun­gen zu schaf­fen, sodass Menschen ihre Daten­sou­ve­rä­ni­tät in Bezug auf Gesund­heits­da­ten wahrneh­men können. In dem Konzept geht es um die Erschlie­ßung der Poten­tiale von Big Data, die Wahrung der Privat­heit, der Siche­rung von Gerech­tig­keit und um die Förde­rung von Vertrauen und Verant­wor­tung im Umgang mit großen Daten­men­gen. Ein Mitglied des Ethik­rats hat sogar den Verzicht auf die Nutzung von Big Data zu Forschungs­zwe­cken gefor­dert. Generell sollten die Empfeh­lun­gen laut dem Deutschen Ethik­rat zeitnah umgesetzt und finan­ziert werden.